Dr. Hans Schultes präsentiert beim 5. Innovationskreis des Technologie Campus Cham die Ergebnisse der imatech Umfrage zum Stand der Digitalisierung.

Cham, 12. September 2017

„Einsatz von ERP-/ME-Systemen im Mittelstand im Zeitalter des digitalen Wandels“ – Thema des 5. Innovationskreises am Technologie Campus Cham (TCC) der technischen Hochchule Deggendorf.

Der Technologie Campus Cham in der Oberpfalz ist ein Institut der Technischen Hochschule Deggendorf um wissenschaftliche Forschung und wirtschaftliche Anwendung zu verbinden. Schon zum fünften Mal lud der dortige Netzwerkmanager Michael Zankl Vertreter aus ostbayerischen Unternehmen zu den regelmäßig stattfindenden Innovationsgesprächen nach Cham ein, um sich über aktuelle Entwicklungen im industriellen Umfeld auszutauschen. Diesmal zum Thema „Einsatz von ERP/ME-Systemen bei mittelständischen Betrieben im Zeitalter des digitalen Wandels. Zahlreiche interessierte Unternehmen aus der Oberpfalz und Niederbayern folgten seiner Einladung und konnten in der Veranstaltung nicht nur interessante Informationen zum Thema „ERP-Einsatz im Mittelstand“ sammeln, sondern sich auch über die eigenen Erfahrungen in der Einführung oder dem Einsatz von ERP- und ME-Systemen austauschen.

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Nach der Begrüßung  der Teilnehmer und der eingeladenen Referenten aus Industrie, Beratung und Lehre führte der Netzwerkmanager Michael Zankl als Moderator durch die Veranstaltung und fragte einleitend die Teilnehmer welche ERP-Systeme sie denn im Einsatz haben, ob sie mit dem System zufrieden wären und ob eine Systemerweiterung geplant sei.  

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Die Antworten spiegelten im Wesentlichen die Ergebnisse einer Statusumfrage zum Stand der Digitalisierung in produzierenden Unternehmen wider, die die imatech gmbh im Herbst letzten Jahres bei über 5000 Unternehmen in Deutschland und Österreich durchgeführt hat. Dr. Hans Schultes, Geschäftsführer der imatech gmbh, präsentierte den Teilnehmern die Ergebnisse. Sein Fazit: „In digitalen Systemlösungen spielen ERP-Systeme eine wichtige Rolle, da sie die Datendrehscheibe für alle betrieblichen Prozesse sind. Jedes Unternehmen muss sich vor der Einführung eines ERP-Systems darüber im Klaren sein, welche Ziele es damit erreichen will, in welchen Funktionsbereichen eine Einführung Sinn macht und ob die ausgewählte ERP-Lösung auch für das eigene Unternehmen geeignet ist. ERP-Systeme können aber nur dann effizient eingesetzt werden, wenn die Prozesse standardisiert sind und transparent ablaufen“. Dr. Schultes schloss seinen Vortrag mit einer Voraussage für die zukünftige Entwicklung digitaler Systemlösungen: „Im Rahmen zunehmender Digitalisierung werden die bestehenden hierarchischen Systemstrukturen immer mehr aufgelöst und ERP- und MES-Funktionalitäten miteinander verschmelzen“.

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Die ausführlichen Ergebnisse der imatech-Statusumfrage finden Sie hier:
Statusumfrage Digitalisierung Mittelstand.

Ziel der Unternehmen für die Einführung von ERP-Systemen ist immer eine damit erwartete Effizienzsteigerung in den innerbetrieblichen Abläufen. Dies konnte auch bei den meisten Unternehmen mit der Einführung eines ERP-Systems erreicht werden, zeigte das Ergebnis der imatech Statusumfrage. Bei den 17% der Unternehmen, die keine Effizienzsteigerung erzielen konnten, wurden Fehler bei der Systemplanung und -auswahl gemacht. Damit dies nicht passiert, ist das Auswahlverfahren vor der Einführung eines ERP- oder ME- Systems von enormer Bedeutung.
In einem Praxisbericht erläuterte deshalb Herr Josef Hofmann, Technischer Leiter der RKT Rodinger Kunststoff-Technik GmbH, in seinem Vortrag, welche Auswahlverfahren bei der RKT zur erfolgreichen Implementierung des MES-Systems „Job Dispo“ der FAUSER AG  im Werkzeugbau angewandt wurden. Seine Empfehlung an die Zuhörer: „Durchführung einer paarweisen Nutzwertanalyse für die unterschiedlichen Anbieter und die Systemeinführung systematisch betreuen und begleiten.“

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Der darauffolgende Vortrag von Herrn Prof. Dr. Stettmer von der Technischen Hochschule Deggendorf befasste sich mit der Optimierung von ERP-Anwendungen. Sein Fazit: „Um ERP-Systeme optimal einzusetzen braucht man transparente Prozesse. Der Fluss von Material und Information muss klaren Regeln folgen. Ziel ist ein kontinuierlicher Materialfluss mit kurzen Durchlaufzeiten, ohne Stau, wie die grüne Welle im Straßenverkehr“.

„Neben einem strukturierten Auswahlverfahren ist auch ein strukturiertes Projektmanagement für eine erfolgreiche ERP-Implementierung von immenser Bedeutung“, war das zentrale Thema des letzten Vortrags von Herrn Stefan Berlinger von der Triacos Consulting & Engineering GmbH. „Fachliche und methodische Kompetenz alleine reichen nicht aus, vielmehr sind im Projektmanagement Verantwortung und Werte wichtige Säulen um erfolgreich ERP-Systemeinführungen zu managen“, so der Tenor von Herrn Berlinger. Was unter Verantwortung und Werten zu verstehen ist, wurde im weiteren Verlauf des Vortrags näher beleuchtet.

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Am Ende der Veranstaltung bedankte sich der Moderator des Innovationskreises sowohl bei den Teilnehmern wie auch bei den Referenten für die anregenden Beiträge und Diskussionen und verwies dabei schon auf den nächsten Innovationskreis Ende des Jahres sowie auf den am 13. Oktober am TCC stattfindenden Branchentreff, auf dem sich Unternehmen der Region präsentieren und vernetzen können.

Informationen zum 6. Innovationskreis am Technologie Campus Cham sowie zum Branchentreff am 13. Oktober erhalten Sie unter der Kontaktadresse:

Michael Zankl
Technologie- und Netzwerkmanager
Technologie Centrum Cam
Badstrasse 21
93413 Cham
Tel.: 09971 996 73-42
E-Mail michael.zankl@bezirk-oberpfalz.de

 

Startschuss für Digitales Gründerzentrum in Oberschneiding

Oberschneiding, 31. Juli 2017

Der digitale Wandel ist nicht mehr aufzuhalten. Aber viele mittelständische Unternehmen haben noch Nachholbedarf und die Verunsicherung ist noch hoch. Dies zeigte auch das rege Interesse von Unternehmern sowie Dienstleistern aus der Region bei der gut besuchten Auftaktveranstaltung für den Start des Digitalen Gründerzentrums in Oberschneiding im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen am 31. Juli 2017. In dem neu gegründeten Netzwerk sollen heimische Firmen und Dienstleister besser vernetzt werden um Ideen und Lösungsansätze  zur Digitalisierung optimal und gewinnbringend umzusetzen.

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Diskussionsbedarf gab es an dem Abend genug. Neben Vorträgen mit Beispielen erfolgreich umgesetzter Digitalisierungsprojekte wurde in Kleingruppen diskutiert, welche Probleme Unternehmer in ihren Betrieben bei der Digitalisierung sehen und was sie von dem Netzwerk erwarten.  „Wir sehen ganz einfach die Notwendigkeit und die Chancen die die Digitalisierung bietet“, so Landrat Josef Laumer bei der Auftaktveranstaltung. „Das Netzwerk soll auch dazu beitragen, heimische Unternehmen und deren Ideen näher zusammenzubringen. Das sei einer der wesentlichen Punkte, warum das Grünerzentrum geschaffen wurde.“ Geplant sind neben der Beratung von Unternehmen und jungen Start-Ups mit Ideen auch regelmäßige Informationsveranstaltungen zu Themen der digitalen Welt.

 

 

 

IHK Branchentreff in Passau wieder ein voller Erfolg

Passau, 01. Juni 2017

imatech präsentiert auf dem grenzüberschreitenden Innovationsforum bei der IHK in Passau sein neues Industrieberatungskonzept.

Schon zum vierten Mal fand am Donnerstag, 01. Juni der bei regionalen Mittelstandsunternehmen sehr gut angenommene Branchentreff der IHK Niederbayern statt.  Der Branchentreff ist die Plattform von und für Unternehmen aus der Automation, der Mechatronik und Kunststoffindustrie. Diesmal wurde der Branchentreff als grenzüberschreitendes Innovationsforum für Hersteller, Zulieferer und Dienstleister aus den Regionen Bayern, Oberösterreich und Böhmen organisiert. Verbunden wurde die, trotz sommerlicher Temperaturen und dem bevorstehenden Pfingstwochenende, wieder sehr gut besuchte Veranstaltung mit der jährlichen Verleihung des Cross Border Awards 2017.

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Über 50 Aussteller aus unterschiedlichsten Branchen waren auch diesmal wieder beim Branchentreff an der IHK in Passau vertreten. Bei der imatech gmbh konnten sich die zahlreichen interessierten Besucher über das neue Industrieberatungskonzept der imatech gmbh informieren. Um die Mittelstandsunternehmen bei den Herausforderungen der Digitalisierung nachhaltig unterstützen zu können, hat die imatech gmbh ein 3-Säulenkonzept entwickelt: „Lean Production & Logistics“, „Digital Analytics“ und „Digital System Development“. Das Konzept beinhaltet klassische Lean Management Umsetzungen und Trainngs, digitale Analysemethoden von der digitalen Wertstromanalyse über vorausschauende dynamische Simulation von Materialflüssen bis hin zu „BIG DATA“-Auswertungen. ERP- und MES-Implementierungen zur optimalen Produktions- und Auftragssteuerung runden das Leistungsportfolio der imatech gmbh ab. Zu allen Themen wurden Beispiele aus den bereits erfolgreich umgesetzten Projekten präsentiert. „Unser Konzept beinhaltet: Wir verbinden Alt-Bewährtes mit neuen Technologien. Denn funktionierende Standardabläufe auf Basis eines gelebten Lean Managements sind die Voraussetzung für eine gewinnbringende und erfolgreiche digitale Vernetzung“, erklärt Dr. Hans Schultes, Geschäftsführer der imatech gmbh den Gesprächspartnern auf dem Branchentreff.

Weitere Informationen zur Verleihung des Cross Border Awards 2017 finden Sie hier.

Industrie 4.0 in der Lebensmittelbranche

Lemgo, 29. Mai 2017

Workshop in der SMART-Factory-OWL in Lemgo zeigt Beispiele und Potenziale der Digitalisierung in der Lebensmittelbranche.

Die Anforderungen an Qualität, Genauigkeit und insbesondere an die Hygiene sind in der lebensmittelverarbeitenden Industrie so hoch wie in kaum einer anderen Branche. Industrie 4.0-Technologien bieten daher gute Möglichkeiten, die Prozesssicherheit in der Produktion durch die Integration intelligenter technischer Systeme zu unterstützen. Weitere Potenziale liegen in der Einsparung von Energiekosten, Standardisierung der Produktqualität, Entlastung mit Mitarbeitern bei Routine-Aufgaben und Vernetzung Entlang der Wertschöpfungskette.

Im Rahmen des Workshops „Industrie 4.0 in der Lebensmitteltechnologie“ in der „Smart-Factory-OWL“ in Lemgo  wurden verschiedene Digitalisierungstechnologien anhand von Beispielen vorgestellt sowie Potenziale zum Einsatz in der Lebensmittelbranche diskutiert. Insbesondere wurden die Möglichkeiten der „Augmented Reality“ und der Bildverarbeitung vorgestellt. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit Praxisbeispielen, die in der „Smart-factory-OWL“ anschaulich dargestellt wurden.

An der Veranstaltung nahmen Lebensmittelproduzenten sowie deren Zulieferer aus den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Automatisierung sowie Steuerungs- und Regelungstechnik ebenso teil wie Mitglieder aus dem Excellenzcluster „it’s OWL“. Es handelte sich um ein gemeinsames Angebot der Projekte Lebensmittel 4.0 (Teil des Handlungskonzepts OWL 4.0) und Digital in NRW. Während der Veranstaltung wurde erarbeitet, in welchen Bereichen eine technologische Implementierung von Industrie 4.0-Technologien, insbesondere im Hinblick auf die speziellen Anforderungen der Lebensmittelverarbeitung, Vorteile für Unternehmen und deren Mitarbeiter mit sich bringt. Gerade KMU’s sollen in zukünftigen Projekten bei der potenziellen Umsetzung neuer Technologien unterstützt werden.

Weitere Informationen zur „Smart-Factory-OWL“  finden Sie unter hier.

Bayern Digital Kongress 2017 in der BMW Welt München

Digitalisierung als großes Thema für Bayerns Zukunft.

Unter diesem Motto hatte am 28. April 2017 das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie und das Zentrum Digitalisierung.Bayern (ZD.B) zum Digital Kongress 2017 in der BMW Welt München eingeladen. Und es kamen über 1000 Besucher. Moderiert wurde der Nachmittag von Frau Ursula Heller vom Bayerischen Rundfunk.

„Mit unserer Strategie Bayern Digital haben wir bereits vieles angestoßen“, begrüßte Ilse Aigner, Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie die geladenen Besucher aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. „Wir haben das Zentrum Digitalisierung.Bayern gegründet, digitale Gründerzentren geschaffen und mit dem Digitalisierungsbonus ein niedrigschwelliges Förderinstrument für den Mittelstand geschaffen. Wir hätten nicht erwartet, dass das Förderprogramm auf so großes Interesse stößt, so dass die Fördermittel für dieses Jahr schon fast verbraucht sind.“

Welche Herausforderungen und Veränderungen auf unsere Gesellschaft mit der Digitalisierung zukommen diskutierte Frau Ilse Aigner im Dialog mit Herrn Harald Krüger, dem CEO der BMW AG. Verschmelzung von Produktion und Informations- und Kommunikationstechnologie wird die gesamte Industrie in den kommenden Jahren prägen – insbesondere den Mittelstand. Im Zuge der Digitalisierung werden völlig neue Geschäftsmodelle entstehen. Amazon, Google, Airbnb und Uber sind jetzt schon eindrucksvolle globale Vorreiter, wie Digitalisierung Geschäftsmodelle völlig neu definieren kann. Der BMW-CEO sprach dabei gar vom einem bereits ausgebrochenen „Digitalen Krieg“ um Wertschöpfungsanteile, die sich im Zuge der Digitalisierung völlig neu verteilen werden. Nahezu alle Wirtschaftsbranchen stehen vor großen Herausforderungen, aber auch völlig neue Chancen und Geschäftsperspektiven werden geboten. „Wer jetzt den Zug verpasst, der läuft Gefahr, dass er den wirtschaftlichen Anschuss verliert“, konstatierte Herr Harald Krüger.

In der zweiten Runde diskutierten dann der Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst Ludwig Spaenle, Herr Dr. Hannes Ametsreiter von Vodafone Deutschland, Herr Prof. Dr. Manfred Broy vom Zentrum Digitalisierung.Bayern und Prof. Dr.-Ing. habil. Reimund Neugebauer vom Fraunhofer Institut, wie Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft zum Erfolgsfaktor werden kann. Anschließend zeigte im Hauptvortrag Herr Prof. Dr. Ing. Sami Haddadin vom Institute of Automatic Control der Leibniz Universität Hannover die neuesten Entwicklungen und Trends auf dem Robotersektor und wie künftig Mensch und Roboter miteinander agieren können..

Aber auch mittelständische Betriebe kamen zu Wort und erläuterten ihre Geschäftsideen mit welchen sie Digitalisierung erfolgreich umgesetzt haben. Beklagt wurde jedoch auch als Hindernis der noch nicht ausreichend vollzogene Ausbau der schnellen Internetnetze. „Mit einem Datenstick und dem Auto bin ich schneller mit den Daten beim Kunden, als wenn ich diese über das Internet dorthin schicke“, beklagte sich Herr Maximilian Lörzel, Geschäftsführer der Schröter Modell- und Formenbau GmbH.

Im letzten Diskussionsforum wurde dann noch verdeutlicht, dass auch digitale Gründer mit ihren innovativen und unkonventionellen Ideen ein unverzichtbarer Baustein zur weiteren Digitalisierung der bayerischen Wirtschaft sind. Start-ups haben keine großen Strukturen und können somit viel schneller agieren. Mit dem WERK1.Bayern ist in zentraler Lage in München ein Ökosystem für digitale Gründer entstanden, das in derzeit 43 Räumen über 30 Start-ups und Freelancer beherbergt.

Im Umfeld des Kongresses konnten die Besucher bei diversen Ausstellern mit eindrucksvollen Exponaten die gewonnen Erkenntnisse vertiefen.

CHANCEN DER DIGITALISIERUNG FÜR KMU

Mannheim, 14. Dezember 2016

Fach-Tagung: Auswirkungen der digitalen Transformation auf die Ressourceneffizienz

Ressourceneffizienz in der Produktion ist nach wie vor ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. In den letzten Jahren ist wieder eine stetige Zunahme der Materialintensität zu beobachten. Durch die digitale Transformation werden jedoch neue Impulse und Möglichkeiten zur Steigerung der Ressourceneffizienz und damit zur Reduzierung der Materialintensität erwartet. Wie können Unternehmen die nicht aufzuhaltende digitale Transformation zur Steigerung ihrer Ressourceneffizienz nutzen? Welche Potenziale und Chancen ergeben sich daraus vor allem für kleine und mittlere Unternehmen?

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Alle diese Themen wurden am 14. Dezember 2017 im Barockschloss Mannheim im Rahmen einer vom Umweltministerium Baden-Württemberg gemeinsam mit dem VDI Zentrum Ressourceneffizienz und der Umweltministerien Bayern und Reinland-Pfalz organisierten Tagung diskutiert. Das Thema „Ressourceneffizienz durch Digitalisierung“ wurde aus Sicht der Unternehmen, der Beratung und der Wissenschaft beleuchtet. Vorgestellt wurde auch die Ziele und Inhalte einer aus 4 Bundesländern initiierten Studie „Ressourceneffizienz durch die digitale Transformation der Industrie in KMU“. Ziel der Studie ist es, Erkenntnisse über die Auswirkungen der digitalen Transformation auf die Ressourceneffizienz der Industrie in kleinen und mittleren Unternehmen zu gewinnen. In Workshops und durch Befragungen wurden bislang Basisdaten zum Thema erhoben, die nun gerade ausgewertet werden. Erste Ergebnisse werden bis Mitte 2017 erwartet.

Innovationsgetriebene mittelständische Unternehmen präsentierten praxisorientierte Beispiele wie sie bereits die mit der Digitalisierung verbundenen Technologien zur Steigerung Ihrer Materialeffizienz eingesetzt haben. Neben den klassischen Prozessoptimierungsansätzen, wie die Steigerung der Effizienzkennzahl „OEE“ durch Nutzen von Erkenntnissen aus „BIG DATA“ Analysen zur Verbesserung der Ressourceneffizienz, wurde jedoch deutlich, dass sich aus der Digitalisierung von Abläufen ganz neue Geschäftsmodelle mit immensen Ressourcen- und Prozesseffizienzsteigerungen entwickeln lassen. Moderierte Unternehmenstische zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch rundeten die Tagung ab.

Zusammenfassend waren alle der Meinung, dass die digitale Transformation erhebliche Chancen für kleine und mittlere Unternehmen bietet, diese aber bislang nur von wenigen Unternehmen genutzt werden. Dies spiegelt auch das Ergebnis unserer letzten Umfrage zum aktuellen Status von „Industrie 4.0“ in mittelständischen Unternehmen wider. Digitalisierung wird jedoch schon in naher Zukunft der Wettbewerbsfaktor in globalisierten Märkten sein. Klassische Optimierungsansätze werden immer mehr durch neue Geschäftsmodelle ersetzt.  Einig war man sich darin, dass die Digitale Transformation nur im TOP-DOWN-Ansatz funktioniert, also die Initiative dafür von der Unternehmensleitung angestoßen werden muss.

Insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung die verdeutlichte, welche Chancen in der Digitalisierung für kleinere und mittlere Unternehmen zur Steigerung ihrer Ressourceneffizienz und damit letztendlich zur Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit stecken. Auf die Ergebnisse der Studie „Ressourceneffizienz durch die digitale Transformation der Industrie in KMU“ darf man jetzt schon gespannt sein.

Stand der Digitalisierung im Mittelstand

Niederwinkling, Dezember 2016

ERGEBNIS UNSERER UNTERNEHMENSUMFRAGE IM HERBST 2016.

Unsere Umfrage bei über 5.000 angeschriebenen mittelständischen produzierenden Unternehmen in Deutschland und Österreich sollte den aktuellen Status der für die „4. Industrielle Revolution“ unabdingbar notwendigen ERP-Systeme ermitteln. Darüber hinaus wurden die Firmen auch zu den Themen der Digitalisierung wie „MES-Systeme“ und „Big-Data-Analytics“ befragt. Abschließend wollten wir dann auch noch wissen, ob und welche Verbesserungspotentiale in den befragten Unternehmen aktuell gesehen werden. Befragt wurden Unternehmen von 10 bis mehr als 1000 Mitarbeitern.

Bewusstsein für die Notwendigkeit der „Digitalisierung“

In großen Mittelstandsbetrieben stößt das Thema Digitalisierung im Zusammenhang mit dem Schlagwort „Industrie    4.0“ derzeit noch auf weitaus größeres Interesse, als bei den Unternehmen mit bis zu 200 Mitarbeitern.

Einsatz von ERP-Systemen

Mehr als 90% der Unternehmen die uns geantwortet haben, setzen bereits ein ERP-System (Warenwirtschaftssystem) ein. Der überwiegende Teil der Befragten ist mit seinem ERP-System zufrieden oder sehr zufrieden.  Trotzdem werden von nahezu allen Unternehmen, die geantwortet haben, auch Probleme genannt. Die Themen „kein vollständig integriertes System“ und „Schnittstellenprobleme“, wurden dabei überwiegend angeführt. Rund 2/3 der Befragten haben ihr ERP-System bisher überprüft oder überprüfen lassen. In Österreich ergibt sich in etwa das gleich Bild wie in Deutschland.

Einsatz MES-Systeme

Ein MES (Manufacturing Execution System) ist das digitale Bindeglied zwischen dem ERP-System und den produzierenden Anlagen im „Shop Floor“. Ein MES ist dann sinnvoll und erforderlich, wenn zunehmend schnellere Reaktionszeiten auf Änderungen im „Shop Floor“ deutlich kürzere Planzyklen erfordern. ERP-Systeme können diese Anforderungen meist nicht mehr erfüllen.
Unsere Umfrage ergab, dass insgesamt etwas mehr als 30% der befragten Unternehmen bereits ein MES-System einsetzen, in Österreich sind es sogar 40%. Von den Unternehmen, die angaben, noch kein MES-System zu haben, wollten in der nächsten Zeit in Deutschland 18% und in Österreich 10% ein solches System einführen. Der Markt ist, im Gegensatz zu den ERP-Systemen, sehr heterogen und die Vielzahl und Vielfalt der angebotenen Lösungen ist kaum überschaubar. So hat, wie es in unserer Umfrage bestätigt wurde, nahezu jedes Unternehmen seinen eigenen Lösungsansatz.

Bewusstsein „INDUSTRIE4.0“ und  Einsatz „BIG DATA Analytics“

Einer überwiegenden Mehrheit war das Thema „Industrie 4.0“ zwar bekannt, aber intensiv oder sehr intensiv damit beschäftigt haben sich bisher nur knapp 22% der Befragten.
Bei „BIG DATA Analytics“, das Sammeln und Auswerten von großen Mengen an Rohdaten, stecken die meisten Unternehmen noch in den Startschuhen. Nur knapp 14% der befragten Unternehmen gaben an, bereits „Big Data Analytics“ zur Datenauswertung angewendet zu haben. Jedoch wollten fast 45% der Befragten mehr über das Thema wissen. Überraschend war, dass auch schon kleinere und mittlere Unternehmen diese Analysesystematik anwenden.

Optimierungspotenziale

Für die meisten Unternehmen ist es derzeit immer noch schwierig den Nutzen von „Industrie 4.0“ einzuschätzen. So fragten wir abschließend, welche Optimierungspotenziale nach Einschätzung der Befragten in deren Unternehmen gesehen werden. Neben den klassischen Themen wie „Produktivität“, „Lagerbestände“, „Durchlaufzeiten“ oder „Liefertermintreue“ wurden auch Themen genannt, die nur mit einer gut ausgestatteten Vernetzung der Anlagen und der Planungssysteme wie ERP und MES gelöst werden können. Aber auch die bekannten und stets relevanten Themen um Kosten zu senken und eine genauere Planung zu erzielen wurden aufgeführt.

Unser Fazit

„Industrie 4.0“ und seine Möglichkeiten werden immer bekannter und die Anwendungen in diesen Bereichen werden immer stärker angenommen. Die umfassende Vernetzung und der Umgang mit enormen Datenmengen werden in der nahen Zukunft als Kernaufgabe gesehen und auch kleinere und mittlere Unternehmen werden sich den umfassenden Neuerungen anpassen müssen. Abschließend lässt sich jedoch sagen, dass, wie unsere Umfrage zeigt, die mittelständischen Firmen in Deutschland und Österreich auf einem guten Weg sind, ihre Produktionen und Geschäftsmodelle digitalisiert zu optimieren. Da es aber für viele Unternehmen derzeit immer noch schwierig ist, den Nutzen von „Industrie 4.0“ konkret zu erkennen, erscheint es sinnvoll, anhand von individuellen Beispielrechnungen die Bereiche aufzuzeigen, wo sich die Umsetzung lohnt um insgesamt der Frage nach der Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen gerecht zu werden.

Gerne senden wir Ihnen den ausführlichen Ergebnisbericht mit allen Grafiken und Kommentaren zu. Sie können den Bericht hier anfordern: